Umgang mit Feuerwerk - Feuerwehr Speicher

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Umgang mit Feuerwerk

Wissenwertes
Feuerwerk fasziniert Kinder gleichermassen wie Erwachsene. Doch die Gefahren, die sich im Umgang mit Feuerwerk verbergen, werden meist unterschätzt.
Jedes Jahr führt das Abbrennen von Feuerwerk zu schweren Verletzungen, Bränden und Lärmbelästigungen. Allein der Sachschaden beträgt jährlich über fünf Millionen Franken. Durch einfache und vorbeugende Massnahmen kann die Brandgefahr wesentlich reduziert werden. Und zwar so:

  • Lassen Sie sich beim Kauf von Feuerwerk die Handhabung der einzelnen Feuerwerkskörper erklären. Lesen Sie die Gebrauchsanweisung und befolgen Sie sie.
  • Lagern Sie Feuerwerk an einem kühlen, trockenen und vor Kinderhänden geschützten Ort.
  • Stellen Sie Wasser zum Löschen und Kühlen von Verbrennungen bereit.
  • Je nach Grösse des Feuerwerkkörpers ist ein Sicherheitsabstand von 40 bis 200 m zu Gebäuden, Getreidefeldern oder Waldrändern erforderlich. Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in unmittelbarer Nähe von Menschen ist verboten.
  • Schliessen Sie an bekannten Festtagen Dachluken, Fenster und Türen.
  • Zündhölzer und Feuerwerk gehören nicht in die Hände von Kleinkindern. Während dem Fest helfen Verbote erfahrungsgemäss wenig. Besser ist eine altersgerechte Instruktion über den richtigen Umgang mit Feuerwerk und eine Beaufsichtigung während dem Abbrennen.
  • Brennt ein Feuerwerkskörper nicht ab, darf man sich ihm frühestens nach fünf Minuten nähern. Übergiessen Sie den Blindgänger mit Wasser. Nachzündversuche sind gefährlich.
  • Raketen sind aus einer gut verankerten Flasche oder einem Rohr abzufeuern. Der Raketenstab darf nicht in die Erde eingesteckt werden.
  • Basteleien an Feuerwerkskörpern wie auch Eigenkreationen sind gefährlich.
  • Rauchen Sie nie in der Nähe von Feuerwerk.

Achtung: Feuerwerk brennt auch im Wasser. Dass heisst, es kann nicht mit Wasser gelöscht werden!
Verbrennungen und besonders Verbrühungen gehören zu den häufigsten Unfällen im Kindesalter. Ähnlich wie bei Vergiftungen sind Kinder im ersten Entdeckungsalter zwischen 2 und 4 Jahren vorrangig gefährdet. Das Ausmaß der Verletzung ist abhängig von der Art des heißen Stoffes, seiner Temperatur und Einwirkungsdauer. Siedendes Wasser hat z. B. eine Temperatur von ca. 100°C, Öl in einer Friteuse ca. 200°C und eine offene Flamme ca. 1200°C. Schon 52°C heißes Wasser schädigt die Haut.Eltern und Erzieher haben hier eine hohe Verantwortung, nicht nur Gefahrenquellen vor dem Kind aus dem Weg zu räumen, sondern ihr Kind auch in der Einschätzung von Gefahrensituationen altersgerecht zu unterweisen.

Sofortmaßnahmen:

Ruhe bewahren – keine Panik

1. Löschen

2. Kühlen

3. Notruf (Rettungsleitstelle, Notarzt).

Das sollten Sie tun, wenn sich jemand verbrannt oder verbrüht hat:

  • Es kommt auf schnelle Hilfeleistung an.
  • Den Patienten mit Decken, durch Wälzen am Boden oder Wasser löschen.
  • Feuerlöscher nie auf den Kopf richten.
  • Bei Brandwunden nur Wasser, keine Hausmittel anwenden (Mehl, Öl ...).
  • Kühlen mit Wasser und feuchten Tüchern (bis zu 1 Stunde nach dem Unfall).
  • Danach Brandwunden steril abdecken.
  • Bei Verbrühungen Kleidung rasch, aber vorsichtig entfernen.
  • Brandblasen nicht öffnen - Infektionsgefahr.
  • Bei Säuglingen und Kleinkindern grundsätzlich Vorstellung in einer Klinik

Bei einer Verbrennung oder Verbrühung soll die betroffene Stelle sofort gekühlt werden – am besten mindestens zehn Minuten lang unter kaltes Wasser halten. Das Wasser sollte ca. 15 °C kühl sein, denn Eis oder Eiswasser lindern zwar zunächst den Schmerz, aber führen anschließend zu einer stärkeren Durchblutung, so dass es noch mehr weh tut, darüber hinaus kann ein Kälteschaden entstehen. Stoff, der mit der Brandwunde verklebt ist, löst sich so gut ab. Ist das nicht möglich, kalte feuchte Tücher (die nicht fusseln) auflegen und häufig wechseln. Später können bei kleineren Verbrennungen Gels die Wundheilung unterstützen.

Verbrennungsgrade
Man unterscheidet drei Verbrennungsgrade, deren Symptome sich langsam entwickeln, so dass das tatsächliche Ausmaß anfangs nicht immer eindeutig zu erkennen ist.

Bei Verbrennungen 1. Grades ist die Haut gerötet, heiß und geschwollen. Der Betroffene verspürt einen brennenden, ziehenden Schmerz. Kommt es zur Hautrötung mit starker Schwellung, Blasenbildung und oberflächlicher Zerstörung der Haut mit starken Schmerzen, liegt eine Verbrennung 2. Grades vor. Bei Verbrennungen durch heiße Gegenstände oder zum Beispiel Fett bilden sich fast immer Blasen, die Wunde fängt bald an zu nässen.
Eine Verbrennung 3. Grades ist gekennzeichnet durch die vollkommene Zerstörung der Oberhaut und tieferer Gewebsschichten bis hin zur Verkohlung. Die Schmerzempfindlichkeit ist durch die Schädigung der Nervenenden stark vermindert. Die Haut wird weiß, es kann sich ein tiefer Schorf bilden.

Lebensgefahr besteht bei Erwachsenen, wenn 15% der Körperoberfläche verbrannt sind, bei Kleinkindern bereits ab 8%. Die Einschätzung der Verbrennungsfläche erfolgt nach der Neunerregel. Danach werden bei Erwachsenen Verbrennungen des Kopfes und des Halses mit 9%, der Arme mit je 9%, der Vorder- und Rückseite des Rumpfes mit je 2 mal 9%, des Genitales mit 1% und der Beine mit je 2 mal 9% angesetzt.Bei Kindern gelten wegen der deutlich unterschiedlichen Körperproportionen folgende Werte: Kopf und Hals 16%, Arme je 9%, Vorder- und Rückseite des Rumpfes je 16%, Beine je 17%.

Als Faustregel für die Beurteilung der verbrannten Körperoberfläche gilt auch die sog. Handflächenregel:
Die Handfläche des Betroffenen entspricht 1%

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